Angaben zum Inhalt der Dissertation

 
Beschreibung der Phänomene Geborgenheit und Selbstwertgefühl im Alltag auf der Grundlage der psychologischen Forschungen zu diesen Themen. S. 27-43 
 
Die Analyse der Wechselwirkung zwischen beiden Phänomenen, die - soweit ersichtlich - bisher noch nicht systematisch untersucht wurde. S. 43-49
 
Hinweise auf psychologische Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen Teilaspekten der Geborgenheit und Selbstwertgefühl untersuchen. S. 49-51
 
Annäherung an den Begriff Geborgenheit, der  S. 19-21
 
Feststellung, daß in der Psychologie der Begriff Geborgenheit eher gemieden wird, da die in der Psychologie vorherrschende engliche Sprache kein dem Begriff der Geborgenheit entsprechendes Wort kennt. S. 13
 
Die Unterscheidung zwischen eigentlichem und uneigentlichem Selbstwertgefühl, die so bisher ausdrücklich noch nicht getroffen worden ist. S. 21-23
 
Hinweise auf Ansätze einer Unterscheidung zwischen eigentlichem und uneigentlichem Selbstwertgefühl in Philosophie und Psychologie. S. 23-27 
 
Nachweis, dass nach dem phänomenologischen Ansatz von Martin Heidegger das Seinsverständnis methodisch im Mittelpunkt seiner fundamentalontologischen Untersuchungen steht. S. 73-74, 93, 105.
 
Nachweis, dass die Fundamentalontologie die notwendige Grundlage auch der philosophischen Anthropologie ist. S. 105-107
 
Analyse der Bedeutung der Stimmung und der Bedeutung der "Stimmung der Angst" für die Erschließung des Daseins in "Sein und Zeit" von Martin Heidegger - zugleich eine Einführung in "Sein und Zeit". S. 67-103
 
Darstellung, daß nach Martin Heidegger, dem insoweit Otto Friedrich Bollnow folgt,
  • das Dasein immer irgendwie gestimmt ist,
  • die Stimmung als "Einheit von Selbst und Welt" gesehen werden muß, weil sie weder von "Außen" noch von "Innen" kommt, sondern "als Weise des In-der-Welt-seins aus diesem selbst aufsteigt", und
  • die Stimmung "je schon das In-der-Welt-sein als Ganzes erschlossen" hat sowie "ein Sichrichten auf... allererst möglich" macht, das heißt, daß die Stimmungen von vorn herein bedingen, wie die Welt und das Leben dem Menschen erscheinen. 

S. 57-59, 89-92, 104-105

Nachweis, dass sich das Erschließen des Daseins in der Stimmung nach Martin Heidegger immer in einem "gestimmten Verstehen" vollzieht. S. 89-93 
 
Herausarbeitung der Abgrenzung der Stimmungen von den Gefühlen auf der Grundlage der Analytik des Daseins von Martin Heidegger. S. 113-122. Dieser auf fundamentalontologischer Grundlage herausgearbeitete Unterschied zwischen Stimmungen und Gefühlen unterscheidet sich von der traditionellen und noch immer allgemein vertretenen Auffassung, wie auf S. 123-125 dargestellt.
 
Nachweis, daß
  • Martin Heidegger auf der Grundlage der traditionellen Abgrenzung der Stimmungen von den Gefühlen die von ihm in einer ganz bestimmten Weise verstandene Angst als Stimmung qualifiziert, S. 125-126
  • diese traditionelle Abgrenzung der Stimmungen von den Gefühlen in Widerspruch zu den von Martin Heidegger selbst gewonnenen fundamentalontologischen Erkenntnissen steht, S. 126, und
  • bei der Abgrenzung der Stimmungen von den Gefühlen auf der Grundlage fundamentalontologischer Erkenntnisse die von Martin Heidegger in einer ganz bestimmten Weise verstandene Angst unter Beibehaltung der von ihm vorgenommenen inhaltlichen Charakterisierung als Gefühl und nicht als Stimmung zu interpretieren ist. 126-128.
Nachweis, daß Martin Heidegger nicht nur die die Angst verdeckende gehobene Stimmung in der Uneigentlichkeit, sondern auch die der Angst enthebende gehobene Stimmung in der Eigentlichkeit kennt. S. 109-113.
 
Dies kommt in der Aussage von Martin Heidegger auf S. 134 f. in "Sein und Zeit" zum Ausdruck, wonach auch die gehobene Stimmung, die der offenbaren Last des Daseins enthebt, wenngleich enthebend den Lastcharakter des Daseins erschließt, aber sich die Stimmung zumeist nicht an dem in ihr offenbaren Lastcharakter des Daseins, am wenigsten als Enthobensein in der gehobenen Stimmung kehrt. Die Eigentlichkeit ist danach - wie auf der Grundlage der in der Dissertation herausgearbeiteten Unterscheidung zwischen Stimmungen und Gefühlen nachgewiesen werden kann - nicht ausschließlich in der "Angst", von der eine lähmende Wirkung ausgeht, möglich, sondern auch in der der Angst enthebenden gehobenen Stimmung  mit der damit einhergehenden das Leben aufschließenden Kraft. Damit wird ein Haupteinwand gegen die Ergebnisse in "Sein und Zeit" entkräftet und "Sein und Zeit" aus einer scheinbaren Sackgasse herausgeführt. S. 129-133.
 
Nachweis, daß im Hinblick auf die von Martin Heidegger herausgearbeiteten Grundgegebenheiten des Daseins, daß es "ist" und "zu sein hat", aber das "Woher und Wohin" verhüllt ist, die Angst untrennbar zum Leben des Menschen gehört und deshalb in jeder Simmung in irgendeiner Weise wiederzufinden ist. S. 134-135
 
Darstellung, dass die Angst und die damit einhergehende Beunruhigung und Bedrückung in der Stimmung als Einheit von Selbst und Welt nicht vom Selbst ausgeht, sondern aus der Welt herrührt: „Das Wovor der Angst ist die Welt als solche“. (Sein und Zeit, S. 187). S. 102-103, 133, 187
Darstellung,
  • inwiefern in der Angst durch die Erfahrung des "Nichts" sich dem Dasein sein Sein als eigenstes Ganz-sein-können zeigt als Bedingung  der Möglichkeit eines freien Selbstseins, S. 98-103, 129-130,
  • daß diese Möglichkeit durch die lähmende Wirkung der Angst aber zugleich wieder verschlossen wird. S. 135-136
Nachweis, daß Geborgenheit und Selbstwertgefühl die beiden Säulen der gehobenen Stimmung sind und damit auch die Voraussetzungen für die der Angst enthebende gehobene Stimmung, in der das in der Angst Frei-geworden-sein zum eigensten Sein-können erhalten bleibt, ohne daß die Entfaltung des Selbst-seins durch die lähmende Wirkung der Angst verhindert wird. S. 136-140,
Nachweis,
  • daß der Mensch ein ständiges Bedürfnis nach Geborgenheit und Selbstwertgefühl hat zur Aufhebung der untrennbar zum Leben des Menschen gehörenden Angst und deren lähmenden Wirkung, weil er "gestimmt versteht", daß er nicht nur "ist", sondern auch "zu sein hat", und daher
  • das Streben nach Geborgenheit und Selbstwertgefühl die grundlegende Motivation für das Handeln des Menschen ist, dem es als Dasein - wie Martin Heidegger herausgearbeitet hat - in seinem Sein immer um dieses selbst geht. S. 140-142. 
Darstellung, dass dieses Ergebnis in einem auffallenden Mißverhältnis steht zu der  Beachtung, die die Geborgenheit und das Selbstwertgefühl in der Psychologie finden. S. 13-16
 
Darstellung der Auswirkungen von Geborgenheit und Selbstwertgefühl als die beiden Säulen der gehobenen Stimmung auf das Leben des Menschen S. 143-144
 
Darstellung der Bezüge der in der Dissertation herausgearbeiteten Stellung von Geborgenheit und Selbstwertgefühl in der emotionalen Struktur des Menschen zur "Terror Management Theory" von Jeff Greenberg, Tom Pyszczynski und Sheldon Solomon, die einen engen Zusammenhang zwischen existentiellen Ängsten und dem Bedürfnis nach Selbstwertgefühl sehen. S. 142-143
 
Klärung der Voraussetzungen für die volle Befriedung von Geborgenheit und Selbstwertgefühl, die mit den Voraussetzungen für die der Angst enthebenden gehobene Stimmung zusammenfallen. S. 144-145, 147-233
 
Charakterisierung der der Angst enthebenden gehobenen Stimmung als Indikator für die volle Befriedigung von Geborgenheit und Selbstwertgefühl. S. 147-153, 169-171,
 
Analyse von "Neue Geborgenheit" von Otto Friedrich Bollnow im Hinblick auf díe Voraussetzungen für die der Angst enthebende gehobene Stimmung. S. 154-169
 
Indentifizierung der “gerüsteten Freude” Martin Heideggers als Voraussetzung für die der Angst enthebende gehobene Stimmung, die sich im Entwerfen auf das eigenste Sein-können in der “vorlaufenden Entschlossenheit” als Gegengefühl gegen die “nüchterne Angst” (Sein und Zeit, S. 310) einstellt. S. 171-185
 
Analyse, wie das Entwerfen auf das eigenste Sein-können in der "vorlaufenden Entschlossenheit" als Beitrag zur Bewahrung der der Angst enthebenden gehobenen Stimmung im Alltag verwirklicht werden kann. S. 186-230
 
Einführung des “individuelle Stimmungsuntergrundes” in Weiterentwicklung der Überlegungen von Martin Heidegger zur Erschließung des eigensten Seinkönnens. S. 186-193
 
Darstellung, wie die der Angst enthebende gehobene Stimmung als Handlungsorientierung für das Entwerfen auf das eigenste Seinkönnen dienen kann. S. 193-220
 
Klärung des Strukturmoments des “In-seins” des In-der-Welt-seins des Daseins im Sinne von Martin Heidegger unter Einbeziehung des “individuellen Stimmungsuntergrundes“, der dem Dasein in seiner „Jemeinigkeit“ die Zu- und Abträglichkeit des innerweltlich begegnenden Seienden erschließt. Das zeigt, daß es im Menschen einen inneren Kern gibt, der alle Einflüsse von außen auf ihre Zu- und Abträglichkeit bewertet. Dieser innere Kern ist zwar beeinflußbar aber letztlich nicht beliebig manipulierbar. S. 198-199, 242
 
Herausarbeitung, unter welchen Voraussetzungen die sich im Alltag herausbildende Geborgenheit und das Selbstwertgefühl im Dienste des eigensten Sein-könnens stehen und so zu der der Angst enthebenden gehobenen Stimmung beitragen. S. 198-219
 
Darlegung unter Einbeziehung der Überlegungen zum individuellen Stimmungsuntergrund, daß Martin Heidegger richtigerweise davon ausgeht (Sein und Zeit, S. 121 f., 193), dass es dem Dasein auch bei der Fürsorge um es selbst geht, und deshalb Fürsorge und Selbstsorge keine gegensätzlichen Begriffe sind. S. 81, 87, 224-230
 
Lösung des Dilemmas, daß die Angst im Sinne von Martin Heidegger den Weg zum eigensten Seinkönnens frei macht, andererseits aber das Dasein in der Angst aufgrund deren lähmenden Wirkung im Entwerfen auf das eigenste Seinkönnen stecken bleibt, durch die Klärung der Voraussetzungen für die volle Befriedigung des Bedürfnisses nach Geborgenheit und Selbstwertgefühl und die damit erreichte der Angst enthebende gehobene Stimmung, die das eigenste Seinkönnen ermöglicht. Darin liegt die eigentliche Bedeutung der vollen Befriedigung des Bedürfnisses nach Geborgenheit und Selbstwertgefühl für das Dasein, zu dessen Bestimmung es gehört, sein eigenstes Sein zu sein. S. 255
 
Herausarbeitung, dass die der Angst enthebende gehobene Stimmung diejenige Stimmung ist, die Otto Friedrich Bollnow als den letzten und erfülltesten “aller Glückszustände” mit dem Namen der “Seligkeit” bezeichnet als den Zustand, “in dem der Mensch am vollsten er selber ist” (Bollnow, Das Wesen der Stimmungen, S. 96). S. 152
 
Herausarbeitung, dass die gehobene Stimmung in dem Maße, wie sie zur Angst enthebenden gehobenen Stimmung wird, anzeigt, inwieweit sich das Dasein von der Seinsart der Uneigentlichkeit entfernt hat und in der Seinsart der Eigentlichkeit lebt. S.189-193
 
Herausarbeitung, daß die Seinsart der Uneigentlichkeit, in der die Angst in einer gehobenen Stimmung verdeckt ist, mit der uneigentlichen Geborgenheit und dem uneigentlichen Selbstwertgefühl einhergeht und die Seinsart der Eigentlicheit mit der eigentlichen Geborgenheit und dem eigentlichen Selbstwertgefühl. S.198-219
 
Analyse des inneren Zusammenhangs zwischen Geborgenheit und Selbstwertgefühl. S. 233-239
 
Herausarbeitung der Bezüge der Erkenntnisse zur Bedeutung von Geborgenheit und Selbstwertgefühl für das eigenste Sein-können zur Logotherapie und zur Individualpsychologie S. 222-224
 
 
 

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