Ertrag

 

Philosophie

Die Klärung des Verhältnisses der philosophischen Anthropologie von Otto Friedrich Bollnow zur der Fundamentalontologie von Martin Heidegger erfolgt vor dem Hinter­grund der Erschließungsfunktion der Angst für das Sein des Daseins in „Sein und Zeit“. In diesem Zusammenhang wird

  • das Verhältnis der Existenzialien „Verstehen“ und „Stimmung“ und der Unter­schied  zwischen den die Angst verdeckenden und den der Angst enthebenden gehobenen Stimmungen aufgezeigt,
  • auf der Grundlage des ontologischen Verständnisses der Stimmungen die Abgren­zung und das Verhältnis zu den Gefühlen herausgearbeitet und proble­matisiert, ob es sich bei der Angst im Sinne von Martin Heidegger um ein Stimmung oder ein Gefühl handelt,
  • diskutiert, ob – wovon Martin Heidegger ausgeht ‑ in der „Selbstsorge“ auch die „Fürsorge“ enthalten ist und wie die Stimmung zur Handlungsorientierung für das Entwerfen auf das eigenste Seinkönnen werden kann sowie
  • aus der existenzialen Verfassung des Daseins der innere Zusammenhang des Be­dürfnisses nach Geborgenheit und Selbstwertgefühl abgeleitet.“
 
 
Psychololgie, Psychotherapie und Pädagogik.
 
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse ist es als die grundlegende Aufgabe jeder pädagogischen Bemühung anzusehen, die der Angst enthebende gehobene Stimmung zu fördern als Grundlage für das eigen­ste Sein-können und das damit verbundene sittliche Verhalten.
 
Weiterhin ist für alle pädagogischen und psychotherapeutischen Bemühungen, bei denen es um die Anhebung des Selbstwertgefühls geht, von Bedeutung, daß das voll befriedigte Selbstwertgefühl nur das eigentliche Selbstwertgefühl sein kann und dieses aus der Geborgenheit erwächst.
 
Auch können die in der vorliegenden Untersuchung erzielten Ergebnisse als Erklärung für das Entstehen depressiver Stimmungen herangezogen werden und zugleich als therapeutischer Ansatz dienen.
 
Dieser therapeutische Ansatz würde bedeuten: In Gesprächen abklären, inwieweit selbstentfremdende Geborgenheitserfahrungen und ein mangelndes oder uneigentliches Selbstwertgefühl vorliegen. Fördern der Entfaltung des eigensten Sein-könnens, die Übereinstimmung des individuellen Stimmungsuntergrundes zwischen Therapeut und Patient berücksichtigen, Entwicklung der inneren Haltung des Therapeuten, die den Patienten als Partner sieht, mit dem er gemeinsam individuelle Lebensbewältigungsstrategien entwickelt, Anleitung, die Stimmung zur Handlungsorientierung zu nützen, Bewußtmachung des Zusammenhangs zwischen Geborgenheit und Selbstwertgefühl.
 
Insgesamt sind die Ergebnisse zur Bedeutung von Geborgenheit und Selbstwertgefühl für das Leben des Menschen Anlaß, die verschiedenen psychotherapeutischen Ansätze auf dieser Grundlage zu analysieren, zu bewerten und weiterzuentwickeln.
 
 

Religionspädagogik und Pastoralpsychologie

Im Rahmen der Untersuchung der Voraussetzungen für die volle Befriedigung des Bedürfnisses nach Geborgenheit und Selbstwertgefühl wird die zentrale Bedeutung des Glaubens herausgearbeitet. Die Ergebnisse sind daher auch für die Religionspäda­gogik und Pastoralpsychologie von besonderem Interesse.

 

Logotherapie

 
Die Ergebnisse der Untersuchung der Voraussetzungen für die volle Befriedigung des Bedürfnisses nach Geborgenheit und Selbstwertgefühl werden zur Logotherapie und zur Individualpsychololgie in Beziehung gesetzt.
 
 
 





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