Einleitung

Gegenstand der Dissertation ist die Klärung der Einbindung von Geborgenheit und Selbstwertgefühl in das Leben des Menschen sowie der Voraussetzungen für die volle Befriedigung und des inneren Zusammenhangs beider Phänomene als die den Problemkreis Geborgenheit und Selbstwertgefühl grundlegend strukturierenden Fragen.

Die Untersuchung dieses Themas auf philosophischer und nicht auf psychologischer Grundlage mag zunächst überraschen. Doch bietet gerade der hier gewählte philosophische Ansatz - die Analytik des Daseins in "Sein und Zeit" von Martin Heidegger - in seiner fundamentalontologischen Ausrichtung eine vor den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen liegende Zugangsart zum Sein des Daseins. Díe auf dieser Grundlage gewonnenen Ergebnisse zu den Phänomenen Geborgenheit und Selbstwertgefühl können sich daher für alle wissenschaftlichen Disziplinen, in denen Emotionen eine Rolle spielen - zu nennen sind insbesondere die Psychologie und die Pädagogik - als fruchtbar erweisen.

Die philosophische Anthropologie steht demgegenüber - entgegen der von Otto Friedrich Bollnow in "Das Wesen der Stimmungen" vertretenen Auffassung - nicht neben der Fundamentalontololgie als weitere Zugangsweise zur Frage "Was ist der Mensch". Vielmehr wird in der Dissertation gezeigt, dass sich die Fundamentalontologie als notwendige Grundlage auch der philosophischen Anthropologie erweist. Aufbauend auf den Erkenntnissen der Fundamentalontologie zum Wesen des Menschen und in deren Lichte bietet die philosophische Anthropologie jedoch wertvolle Hinweise zu den aufgeworfenen Fragen zu Geborgenheit und Selbstwertgefühl.

Damit wird in der Dissertation neben den den Problemkreis von Geborgenheit und Selbstwertgefühl grundlegend strukturierenden Fragen die zu Lebzeiten von Martin Heidegger und Otto Friedrich Bollnow unentschiedene Kontroverse, ob die philosophische Anthropologie methodisch neben der Fundamentalontologie für die Frage nach den Wesensbestimmungen des Menschen Bedeutung erlangt oder ob - wie von Martin Heidegger vertreten - auch die philosophische Anthropologie vorangehend der Fundamentalontologie bedarf, einer Lösung zugeführt.

Den Anstoß, die Kontroverse zwischen Otto Friedrich Bollnow und Martin Heideger zu bearbeiten, verdanke ich meinem Doktorvater  Prof. Dr. Josef Maria Häußling, der beiden Philosophen eng verbunden war.



 

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